Selbstportrait als Maskenhalterin


3-D-Druck (2019)
Edition von 5 Stück

Selbstportrait als Maskenhalterin
Selbstportrait als Maskenhalterin
Photo: P. Wolfmar

Die Büste performt als meine Stellvertreterin.
Ein Spiel mit dem Betrachter und mit Identität.

Der Ausdruck des Gesichtes ist schwer deutbar: einerseits strahlt es Ruhe aus, andererseits mag es auch Assoziationen an die schlafende Sphinx auslösen, die man nicht wecken sollte.

Der Stil erinnert an antike Darstellungen. Durch das Einarbeiten von Fehlern wirkt die Büste beschädigt, als wäre sie in einer Ausgrabung geborgen worden. Das Material verortet sie dagegen eindeutig im Heute. Das bewusste Sichtbarmachung der Technik des 3-D-Drucks verleiht dem Antlitz etwas Architektonisches. Gleichzeitig erinnern die, dem Gesicht anhängenden, Strukturen an organisches Material.

Die Büste ist zwar ein anatomisch korrektes Abbild der Künstlerin, wird jedoch durch die spezifische Materialität und Maßstabsverkleinerung verfremdet.
Die Verstärkung der beim Scan-Vorgangs auftretenden Artekfakte, betont den prozesshaften Anteil der Arbeit. Der Büste bleibt etwas Ambivalentes, Geheimnisvolles.